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Verteidigerin Viola Calligaris will gegen Israel zu null spielen
Beim 7:3-Sieg des Schweizer Nationalteams in der 1. Playoff-Runde der WM-Qualifikation gegen Israel sorgt die Defensive für mehr Gesprächsstoff als die Offensive. Im Rückspiel soll das anders werden.
Auch mit drei Tagen Abstand hallt das Wort noch nach, das Viola Calligaris unmittelbar nach dem Hinspiel der 1. Playoff-Runde der WM-Qualifikation gegen Israel gewählt hat. "Ein Weckruf", nannte die Verteidigerin die Partie - vor allem die erste Halbzeit. Es war ein treffender Beschrieb.
Der Schweiz - wenn auch auf dem Papier massiv überlegen - wollte auf dem Platz wenig gelingen. Die Intensität stimmte nicht und es schlichen sich individuelle Fehler ein, während Israel überraschend aufsässig spielte.
"Man kann gegen uns immer Tore schiessen"
Ein 3:3 bis zur 65. Minute war die Folge. Gegen Israel, gegen das die Schweiz vor dem Spiel am Freitag in vier Partien erst ein einziges Tor kassiert hatte. "Auch wenn wir am Ende vier Tore mehr gemacht haben, waren wir alle unzufrieden mit diesem Spiel", sagt Viola Calligaris über das 7:3 an der Pressekonferenz einen Tag vor dem Rückspiel.
Angesprochen auf den Weckruf, und ob es diesen gebraucht habe, sagt sie: "Gebraucht, das ist schwierig zu sagen. Dass wir immer wieder Tore bekommen, gibt anderen Ländern natürlich das Signal, dass man gegen uns immer Tore schiessen kann." Das wolle man nicht.
Am Dienstagabend möchte die Nati deswegen nun hinten besser stehen, "viel besser" verteidigen und konzentrierter sein. "Alle Teams werden besser. Das ist gut für den Frauenfussball. Aber es war sicher ein Weckruf für uns: Egal, ob der Gegner auf dem Papier besser oder schlechter ist, wir müssen zu 100 Prozent bereit sein. 90 Prozent reichen da nicht."
Pessimismus als Lösung?
Mit einem Vorsprung von vier Toren ist die Schweiz am Dienstagabend in Sitten nicht gezwungen, Tore zu schiessen. Ohnehin formuliert Calligaris für das Rückspiel ein anderes Ziel: zu null spielen. Trainer Rafel Navarro stimmt zu, sagt, er würde lieber 3:0 als 7:3 gewinnen. Tatsächlich gelang es der Schweiz unter Navarro bislang erst ein einziges Mal, ohne Gegentor zu bleiben: zum Auftakt in die Nations-League-Gruppenphase Anfang März gegen Nordirland.
"Wir haben jetzt gegen Israel gespielt. Aber wenn wir gegen bessere Gegner spielen, können wir sicher nicht so stehen und nicht so offen sein", sagt Calligaris. Deswegen müsse die Nati das auch gegen tendenziell schwächere Gegner üben. Nach der Analyse einiger Ausschnitte des Spiels am Freitag ist für die Spielerin von Atlético Madrid klar: "Wir müssen zum Teil auch etwas pessimistischer denken. Nicht nur offensiv, sondern auch defensiv."
Veränderungen, aber keine Experimente
Navarro stimmt seiner Abwehrchefin zu und räumt auch ein, gegen Israel sehr offensiv aufgestellt zu haben. Der Spanier sagt: "Wir haben ein etwas anderes Israel erwartet. Unser Matchplan war sehr, sehr, sehr offensiv." Automatisch gäbe es in der Defensive dann auch mehr Probleme.
Für das Rückspiel wird der Trainer die Offensive etwas verändern, verrät er. Auch in der Startelf gäbe es einige Wechsel. Ob er die Partie, die fast schon gewonnen scheint, für Experimente nutzt? Navarro verneint. "Ich bin kein Fan des Worts Experiment. Es steht ein wichtiges Spiel bevor und wenn alles gut läuft, kommen nochmals zwei wichtige Spiele."
Entsprechend seien es lediglich einige Veränderungen - auch um die Spielerinnen zu entlasten. "Es ist schwierig für mich, die Startelf aufzustellen. Es gibt viele Spielerinnen, die sehr gut sind", so Navarro. Beste Voraussetzungen also, um in Sitten tatsächlich zu null zu spielen und sich den Einzug in die 2. Playoff-Runde der WM-Qualifikation definitiv zu sichern.

















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