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Yann Sommers Rückkehr ins San Siro
So schnell kann es gehen: Das erste Auswärtsspiel in der Champions League führt Yann Sommer gleich zurück ins San Siro. So stellt er seine Teamkollegen von Brügge auf die grosse Herausforderung ein.
Etwas mehr als drei Monate sind vergangen, seit sich Yann Sommer mit einem "Grazie di cuore - forza Inter" aus Mailand verabschiedet hat. Drei Saisons mit vier Trophäen - darunter zwei Meistertitel - sowie einem Champions-League-Final hat der Schweizer Goalie bei den Nerazzurri erlebt. 139 Pflichtspiele, von denen er in 66 ohne Gegentor blieb: Eine unvergessliche Zeit, wie es der 37-Jährige selbst beschreibt.
Und nun kommt es bereits zum Wiedersehen. "Als ich bei der Auslosung das Logo von Inter gesehen habe, habe ich mich sehr gefreut", sagt Sommer im klubeigenen Interview. Er trifft dabei nicht nur auf ehemalige Weggefährten wie Manuel Akanji, sondern darf auch noch einmal im legendären San Siro auflaufen. Dieses Mal allerdings in der Rolle des Herausforderers vor über 70'000 Fans.
"Was am San Siro so besonders ist? Alles", sagt Sommer. "Es ist riesig, besitzt eine grosse Geschichte, die Fans sind fantastisch und die Atmosphäre ist wunderschön." Gleichzeitig betont der Routinier, der bis zur EM 2024 in Deutschland 94 Länderspiele für die Schweiz bestritten hat: "Ich fahre nicht als Tourist dorthin. Ich möchte das Spiel gewinnen."
Missglückter Auftakt
Gerade Sommer hat nach dem ersten Champions-League-Auftritt dieser Saison etwas gutzumachen. Beim 2:3 gegen Aston Villa geriet er durch eine unglückliche Szene in die Schlagzeilen, als er den Ball nach einem misslungenen Abwurf ausserhalb des Strafraums mit den Händen auffing. Der anschliessende Freistoss blieb zwar folgenlos, doch ein missglückter Ausflug kurz vor der Pause wurde prompt bestraft: Sommer verschätzte sich beim Herauslaufen, sodass der Villa-Stürmer mühelos ins verwaiste Tor einschieben konnte.
Aber auch Inter steht nach der ersten Runde noch ohne Punkte da. Das Team des rumänischen Trainers Cristian Chivu verlor zum Auftakt auswärts gegen Real Madrid 1:2 und wird entsprechend motiviert sein, das erste Heimspiel dieser Königsklassen-Saison für sich zu entscheiden.
Anführer einer jungen Garde
"In solchen Spielen ist es entscheidend, mit viel Mut und Selbstvertrauen aufzutreten", blickt Sommer voraus. "Wir haben zwar eine junge Mannschaft, aber das bedeutet keineswegs, dass uns die Erfahrung fehlt."
Mit den Jungen meint Sommer vor allem Offensivkräfte wie den 22-jährigen Deutschen Nicolo Tresoldi, den 20-jährigen Spanier Jan Virgili oder den 22-jährigen Portugiesen Carlos Forbs. Die gezielte Talententwicklung gehört seit Jahren zur Kernphilosophie des Klubs. In der jüngeren Vergangenheit nutzten Akteure wie Charles De Ketelaere, Loïs Openda, Igor Thiago, Odilon Kossounou oder Ardon Jashari Brügge als Sprungbrett in europäische Top-5-Ligen.
Auf einen ähnlichen Karriereweg hoffen auch die Schweizer U-Nationalspieler Cheveyo Tsawa und Andrej Vasovic. Der 19-jährige Tsawa kam bisher auf sechs Teileinsätze, während der 18-jährige Vasovic zuletzt Spielpraxis in Brügges zweiter Mannschaft sammelte.
Duell zweier Schweizer CL-Routiniers
Während die Schweizer Nachwuchsspieler noch auf ihren Durchbruch warten, soll Sommer als Rückhalt dem 20-fachen belgischen Meister zu internationalen Glanzmomenten verhelfen. Gegen Inter steht er vor seinem 71. Einsatz in der Königsklasse. Damit bleibt er vor Manuel Akanji (derzeit 66 Einsätze) der Schweizer mit den meisten Champions-League-Partien.
"Ich habe in Italien viele wunderbare Menschen kennengelernt, die mir sehr geholfen haben. Das vergesse ich nie", fasst Sommer zusammen. Um jedoch nicht zu nostalgisch zu wirken, schiebt er direkt hinterher: "Am Ende zählt für mich jetzt aber nur der Erfolg mit Brügge."

















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