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Von 111 ganz weit nach vorne
Joel Girrbach mischt am Omega European Golf Masters in Crans-sur-Sierre erneut ganz vorne mit. Am Freitag gelang ihm mit 63 Schlägen die bislang beste Runde des Turniers.
Die 63er-Runde war ein Befreiungsschlag. Am Donnerstag hatte sich Joel Girrbach zwei Double-Bogeys (2 über Par) geleistet, in der Rangliste fiel er zeitweise bis auf Platz 111 zurück, und vor der zweiten Runde befand er sich unterhalb der Cut-Linie.
Am Freitag gelang ihm indessen eine in jeder Beziehung überdurchschnittliche Runde. Vor allem bei den Annäherungsschlägen - am Donnerstag noch das grosse Problem - spielte der 33-jährige Thurgauer weit über seinem Durchschnitt. "Der Start war noch verhalten", sagte Girrbach nach seiner Runde, "aber nach dem Eagle an meinem fünften Loch lief es immer besser."
So gut wie 2026 noch nie
Es lief Girrbach so gut wie noch nie in dieser Saison. Wie schon vor einem Jahr muss Girrbach im Herbst noch um seine Tour-Karte kämpfen. Mit seiner Saison bis Crans war Girrbach nicht zufrieden. Es fehlt noch eine Top-10-Klassierung. Er suchte vergebens nach Erklärungen, warum er heuer zwar technisch sauber spielt, statistisch auf der DP World Tour teils sogar zu den besten Golfern gehört, die guten Resultate aber ausblieben. "Es ist extrem schwierig, Erklärungen zu finden", sagt Girrbach, "so ist das halt im Golfsport. Auch wenn man gut spielt, weiss man häufig nicht genau, wieso."
Am Freitag war klar, wieso sich Girrbach von Platz 111 (im Lauf des Donnerstags) in die Spitzengruppe vorspielte. Wer sich mit derart vielen guten Annäherungsschlägen so viele Chancen erspielt, dem muss eine Top-Runde gelingen. Girrbach hätten gut und gerne vier Birdies (1 unter Par) mehr gelingen können.
"Platz 7 aus dem letzten Jahr hilft"
Jetzt befindet sich Girrbach vor dem Wochenende wieder dort, wo er schon vor einem Jahr am Omega European Masters mitmischte: in der Spitzengruppe. Schon vor 2025 bezeichnete Girrbach das Turnier in Crans als sein Lieblingsturnier, obwohl ihm gute Resultate bis da noch nicht gelungen waren. Das änderte sich vor einem Jahr mit dem 7. Schlussrang. "Und jetzt hilft es natürlich, wenn man weiss, dass man auf diesem Platz vorne mitspielen kann. Die Stimmung ist famos. Wir Schweizer werden frenetisch unterstützt. Wichtig ist fürs Wochenende, nicht zu kompliziert zu spielen."
Erst ein Schweizer - Andre Bossert - gewann auf der DP World Tour (der früheren European Tour) ein Turnier. Noch nie gab es in Crans, dem Golfturnier mit der grössten Tradition nebst den vier Major-Turnieren, einen Schweizer Sieg. Kann der Vielspieler Girrbach (kein anderer bestritt auf der Tour mehr Turniere als der Thurgauer) das übers Wochenende ändern? Girrbach: "Im Profigolf ein Turnier zu gewinnen, ist extrem schwierig. Ich lasse mich von meinem Spitzenplatz im Vorjahr und der Runde am Freitag nicht unter Druck setzen."

















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