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Was schief gehen kann, ging schief
Es gab in der Geschichte der Fussball-WM schon miese Auftritte, zum Beispiel von Südkorea (1954 in der Schweiz), von Haiti und Zaire (1974), Salvador (1982), Saudi-Arabien (2002) oder Nordkorea (2010). Dass Tunesien diese grösste WM als vielleicht schlechtestes Team beendet, kommt überraschend.
Was schief gehen kann, ging für Tunesien schief. Die Leistungen der Tunesier waren von A bis Z desolat. Sowohl gegen Schweden (1:5), wie gegen Japan (0:4) und die Niederlande (1:3) geriet Tunesien in den ersten sieben Minuten schon in Rückstand. Nach der Startniederlage wurde Trainer Sabri Lamouchi freigestellt und mit dem Franzosen Hervé Renard ein neuer Cheftrainer eingeflogen.
Intrigen und Machtspiele
Tunesien offenbarte die gesamte Palette von dem, was in ihrem Landesverband derzeit nicht gut läuft. Der Verband ist zerstritten - mit Intrigen, Streit und Machtspielen an allen Fronten. Dabei erhofften sich die Tunesier vor der WM noch Grosses: Schliesslich war Tunesien 2004 Afrikameister, zuletzt dreimal in Serie und insgesamt schon siebenmal seit 1978 an der WM mit dabei. 1978 in Argentinien war Tunesien die erste afrikanische Mannschaft, die ein WM-Spiel gewann (3:1 gegen Mexiko). Vor sechs Jahren belegte Tunesien in der Weltrangliste noch Platz 14 (aktuell 45.).
Die Entrüstung in der Heimat über die tunesischen Auftritte wurde von Spiel zu Spiel grösser. Gegen Schweden schoss ausgerechnet ein Tunesier (Yasin Ayari) die Afrikaner ab. Der Tenor nach Spiel 1: Wenn Ayari sich für Tunesien entschieden hätte, dann hätte alles anders ausgesehen. Aber der 22-jährige Ayari ist bloss einer vor vielen jungen Akteuren, die dem tunesischen Verband in den letzten Jahren entglitten.
Bedienter Notnagel
Der eingeflogene neue Trainer Hervé Renard war dann schon nach der Niederlage gegen Japan (0:4) bedient: "Ich kenne den afrikanischen Fussball sehr gut und habe auch Tunesien schon oft spielen gesehen. Aber diese Mannschaft hat grosse Probleme, primär beim Abwehrverhalten und im Kollektiv. Ich habe gedacht, dass ich dem Team auf die Schnelle besser helfen kann."
Nach dem 1:3 zum Abschluss gegen die Niederlande blieb den Spielern nichts anderes übrig, als sich bei den aufgebrachten Fans in der Heimat zu entschuldigen. Captain Ellyes Skhiri (Eintracht Frankfurt) räumte ein, dass sein Team für einen World Cup schlicht nicht gut genug war. "Wir waren überfordert. Es fehlte nicht nur an Klasse, sondern auch an der Einstellung. Die Vorbereitung lief nicht gut. Wir müssen jetzt hart an uns arbeiten, besser werden und das dann auch auf dem Platz zeigen. Das ist das, was die Fans von uns erwarten dürfen: eine Reaktion auf dieses Turnier."

















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