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Yakin hat sein Team weitgehend im Kopf
Nach den Testspielen gegen Deutschland und Norwegen zeichnet sich ab: Murat Yakin hat sein Team für die WM grösstenteils gefunden. Nur an wenigen Stellen könnte es noch Veränderungen geben.
Am 25. Mai versammelt sich das Nationalteam zu einer Trainingswoche in St. Gallen, in der Woche davor wird Yakin das WM-Kader bekannt geben. An der Pressekonferenz nach dem Spiel in Norwegen liess der Nationaltrainer durchblicken, dass er mit dem aktuellen Aufgebot zufrieden ist und nun hofft, dass alle fit bleiben. Wackelkandidaten gibt es nur noch wenige.
Torhüter: Plätze praktisch vergeben
Aktuell im Kader: Marvin Keller, Gregor Kobel, Yvon Mvogo
Anwärter: Philipp Köhn, Pascal Loretz
Gregor Kobel ist als Nummer eins gesetzt, Yvon Mvogo als erster Ersatz ebenfalls. Kobel hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten als starker Rückhalt etabliert und harmoniert gut mit der Defensive. Mvogo zeigte beim Spiel gegen Norwegen einmal mehr seine Zuverlässigkeit und blieb zum sechsten Mal in zwölf Länderspielen ohne Gegentor. Auch Marvin Keller dürfte kaum um seinen Platz zittern müssen.
Abwehr: Wieder nur ein Rechtsverteidiger?
Aktuell im Kader: Manuel Akanji, Aurèle Amenda, Eray Cömert, Nico Elvedi, Luca Jaquez, Miro Muheim, Ricardo Rodriguez, Silvan Widmer
Anwärter: Zachary Athekame, Sascha Britschgi, Becir Omeragic, Isaac Schmidt, Cédric Zesiger
Das bewährte Quartett aus Silvan Widmer, Manuel Akanji, Nico Elvedi und Ricardo Rodriguez überzeugte bereits in der Qualifikation. Dahinter haben sich Miro Muheim und Aurèle Amenda als solide Alternativen etabliert. Am ehesten müssen Luca Jaquez und Eray Cömert um ihren Platz bangen, auch wenn sie in den Testspielen einen ordentlichen Eindruck hinterliessen.
Die zentrale Frage bleibt: Verzichtet Yakin erneut auf einen zweiten Rechtsverteidiger? Bei der letzten WM führte dieser Entscheid im Achtelfinal gegen Portugal (1:6) zu taktischen Problemen und anschliessend heftiger Kritik.
Als Rechtsverteidiger kommen neben Isaac Schmidt auch die U21-Spieler Zachary Athekame und Sascha Britschgi infrage. Zu den Nachwuchsinternationalen sagt Yakin: "Wir haben sie auf dem Radar. Es sind interessante Spieler." Er werde sicher auch den Austausch mit U21-Trainer Alex Frei suchen, um herauszufinden, ob die beiden bereits ein Thema für die A-Auswahl werden können.
Eine weitere Option: Denis Zakaria dauerhaft in die Verteidigung zu ziehen. Er wurde gegen Deutschland als Rechtsverteidiger und gegen Norwegen in der Dreierkette eingesetzt und überzeugte vor allem im zweiten Spiel.
Mittelfeld: Sierro unter Druck
Aktuell im Kader: Michel Aebischer, Remo Freuler, Ardon Jashari, Fabian Rieder, Vincent Sierro, Djibril Sow, Granit Xhaka, Denis Zakaria
Anwärter: Simon Sohm, Filip Ugrinic
Im ohnehin stark besetzten Mittelfeld scheinen die meisten Plätze vergeben. Grösster Wackelkandidat ist Vincent Sierro, der sich mit seinem Wechsel von einer europäischen Top-5-Liga nach Saudi-Arabien keinen Gefallen getan hat. Yakin schätzt ihn aber für seine Ruhe und seine Spielintelligenz.
Als Herausforderer gelten Simon Sohm und Filip Ugrinic. Letzterer war für die beiden Testspiele gegen Deutschland und Norwegen aufgeboten, musste dann aber aufgrund einer Verletzung absagen. Das ist äusserst bitter für ihn, denn er hätte zwingend Minuten gebraucht, um sich gegenüber der starken Konkurrenz zu beweisen.
Angriff: Hoffen auf Amdouni
Aktuell im Kader: Breel Embolo, Johan Manzambi, Joël Monteiro, Dan Ndoye, Noah Okafor, Alvyn Sanches, Ruben Vargas
Anwärter: Zeki Amdouni, Christian Fassnacht, Cedric Itten, Alessandro Vogt
Der für Filip Ugrinic aufgebotene Noah Okafor konnte sich nicht beweisen. Nachdem er länger angeschlagen war, zog er sich beim Aufwärmen gegen Deutschland erneut eine Blessur zu. Yakin hielt jedoch fest, dass Okafor, sollte er fit bleiben und im Klub regelmässig zum Einsatz kommen, trotzdem gute Chancen auf ein WM-Aufgebot hat: "Er hat am Anfang super trainiert und wir haben in der Offensive nicht viele Optionen mit seiner Qualität."
Vor allem hofft Yakin aber auf die Rückkehr von Zeki Amdouni, der nach seinem Kreuzbandriss noch immer kein Spiel in dieser Saison bestritten hat. Der Genfer, der das Nationalteam rund um das Testspiel in Deutschland besuchte, steht vor dem Comeback. Wenn dies gelingt, dürfte er auch an die WM mitgenommen werden.
In diesem Fall könnte Joël Monteiro trotz seines Tores gegen Deutschland aus dem Kader fallen. Auch Alvyn Sanches hat seinen Platz noch nicht definitiv gesichert.
















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