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Keystone-SDA | Freitag, 08. Mai 2026

Brücke im Wallis wegen Gefahr durch Felsrutsch abgerissen

Die mehr als 250 Meter lange Felsrutsch-Spalte "Fios" im Val d’Anniviers hat die Behörden der Walliser Gemeinde Chippis zu drastischen Massnahmen gezwungen: Aus Sicherheitsgründen wurde am Donnerstag eine Brücke aus dem Jahr 1880 abgerissen.

Dies bestätigte die Gemeinde Chippis am Freitag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Abbruch dauerte rund eine halbe Stunde. Mit der Zerstörung der sogenannten Friedhofsbrücke soll verhindert werden, dass sich bei einem möglichen Felssturz Geröll anstaut und die Navizence über die Ufer tritt.

Besonders gefährdet wäre das Quartier Bord mit rund 50 Einwohnern. "Auch wenn das Bauwerk unter Schutz stand, haben wir uns aus Sicherheitsgründen für den Abriss entschieden", sagte Gemeindepräsident Olivier Perruchoud bereits Anfang März an einer öffentlichen Informationsveranstaltung. Zusätzlich sollen die Dämme bis Ende Mai erhöht und verstärkt werden, um das Hochwasserrisiko zu begrenzen.

Neben dem Rückbau der Brücke mussten auch Kanalisationen, Stromleitungen, Glasfaserkabel und weitere Infrastrukturen verlegt werden. Die Kosten der Arbeiten belaufen sich auf 1,8 Millionen Franken. Rund 85 Prozent übernimmt der Kanton Wallis, den Rest die Gemeinde Chippis.

Neue Brücke in zwei Jahren

Damit das Quartier Bord weiterhin erreichbar bleibt, wurde provisorisch eine Rampe auf der rechten Flussseite erstellt. Eine neue Brücke soll in etwa zwei Jahren gebaut werden. Sie muss künftig auch schwere Lastwagen tragen können.

Die instabile Felsmasse oberhalb von Grimentz umfasst laut den Geologen rund eine Million Kubikmeter. Neben der Hauptspalte wurden mehrere weitere Risse entdeckt. Das Gebiet steht seit Oktober 2025 unter ständiger Überwachung.

Die Geologen führen die Instabilität auf die Hochwasser von 2018 und 2024 zurück. Dabei wurde das Flussbett, das den Hang stützte, stark unterspült. Seither bewegt sich die Erdmasse langsam talwärts. Die entstandene Spalte ist bis zu einem Meter breit.

Als schlimmstes Szenario gilt ein Abrutschen der gesamten Masse. Derzeit rechnen die Experten jedoch eher mit mehreren kleineren Teilabbrüchen.

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