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"Es ist viel Leiden für eine enorme Freude"
Stan Wawrinkas Karriere in Wimbledon endet nach einem über vierstündigen Thriller mit vier Tiebreaks gegen Matteo Berrettini. Danach spricht der 41-jährige Lausanner über Leiden und Freude.
Die Frage musste kommen. Nach einem Marathon über 4 Stunden und 20 Minuten vor einem begeisterten Publikum auf dem Court 1, Tennis von bester Qualität, herausragende Unterhaltung und ein Niveau, das einen der besten Rasenspieler der letzten Jahre bis zum Letzten forderte. Ist es wirklich Zeit, das Racket an den Nagel zu hängen?
Wawrinka beantwortet die Frage klar und deutlich. "Man sieht es vielleicht nicht, aber Sie haben keine Vorstellung davon, wie ultraschwierig es ist, in meinem Alter dieses Niveau halten zu können." Der dreifache Grand-Slam-Champion, der von den grossen Turnieren einzig Wimbledon nie gewonnen hat, ist sich deshalb sicher, dass der Entscheid, Ende Jahr aufzuhören, richtig ist - auch wenn er derart liebt, was er (noch) macht.
Mit jedem Jahr noch schwieriger
"Mit 38, 39, 40, 41 Jahren, es wird mit jedem Jahr noch schwieriger", so Wawrinka. Und es ist mit Schmerzen verbunden, grossen Schmerzen. "Mehr Schmerzen, als man glauben kann", versichert der Romand. "Es ist viel Leiden für eine enorme Freude." Diese Freude am Tennis zeigt der Waadtländer am Dienstagabend auf dem zweitgrössten Platz in Wimbledon noch einmal eindrücklich.
Er stachelt das Publikum an, lässt sich von ihm tragen, zaubert noch einmal mit seiner einmaligen einhändigen Rückhand, wirft sich nach Bällen und rappelt sich nach jedem Nackenschlag wieder auf. Sechs Satzbälle hat er im epischen Tiebreak des zweiten Satzes, das er am Ende 16:18 verliert. deren zwei in jenem des dritten Satzes, das nach einem Doppelfehler 7:9 endet. Es ist ein epischer Kampf, wie er für die Karriere von "Stan the Man" oder "Stanimal" so typische ist und der auch seine Eltern Wolfram und Isabelle auf der Tribüne einmal mehr stolz machen wird.
Keinen schöneren Abschied wünschen können
Berrettini behält um einen Hauch das bessere Ende für sich. Danach gibt es für Wawrinka kein Bier vom Turnierdirektor wie in Australien, auch keinen Videorückblick auf die Karriere mit einer speziellen Trophäe wie in Paris. Das würde nicht zu den Traditionen von Wimbledon passen, wo es gar keinen Bildschirm im Stadion für Zeitlupen oder Werbung hat. Aber Wawrinka verlässt den Platz nicht einfach, er erhält das Mikrofon, um seine Gedanken mit den Fans zu teilen.
"Einer der Gründe, warum ich schon so lange spiele, sind diese Momente, diese Emotionen", sagt er und unterdrückt ein paar Tränen. "Ich möchte eigentlich nicht aufhören, aber nun ist die Zeit gekommen." Er sei sehr dankbar, dank einer Wildcard diese Möglichkeit bekommen zu haben und ein 19. und letztes Mal in Wimbledon antreten zu können. "Ich hätte mir keinen schöneren Abschied wünschen können."

















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