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Marc Lüthi hat das Gefühl, es ist "time to say goodbye"
Marc Lüthi tritt nach 28 Jahren beim Schlittschuhclub Bern als CEO des Klubs zurück. Nachfolger wird Jürg Fuhrer, ein Berner Unternehmer aus Konolfingen.
Lüthi verkündete seinen Rücktritt per Ende April an der Medienkonferenz des SC Bern. Der Rücktritts-Entscheid reifte in ihm, weil im Verwaltungsrat zuletzt sehr intensiv darüber diskutiert wurde, in welche Richtung sich das SCB-Schiff bewegen soll.
"Ich bin zum Schluss gekommen: Neues und Marc Lüthi, das passt nicht zusammen", so Marc Lüthi. "Ich bin 28 Jahre lang der Kopf des SCB gewesen. Es war eine 'geile Zeit'. Natürlich gab es leider auch immer wieder negative Phasen - aber ich möchte nichts missen." Es sei jetzt "time to say goodbye".
"Zu alt!"
Eine simple Rechnung machte für Lüthi den Entscheid zu einer klaren Sache, einem sogenannten No Brainer. Lüthi: "Wenn wir von Neuerungen und Innovationen sprechen, dann reden wir von einem Zeitrahmen von drei bis fünf Jahren oder im (schnelllebigen) Sport von zwei bis vier Jahren." Lüthi ist jetzt 64-jährig. "Da gibt es nur eine Schlussfolgerung: Ich bin für diesen nächsten Schritt zu alt!"
Es sei diesmal der definitive, endgültige Rücktritt. "Ich werde - wie heisst der bei GC? - ich werde sicher nicht der Vogel des SCB." Lüthi tritt entsprechend von allen Funktionen zurück und verkauft auch seine Beteiligung am Schlittschuhclub. Der konsequente Abschied hat seinen Grund: Im März 2022 trat Marc Lüthi nach einem Unfall (Hirnblutung) schon einmal als CEO zurück. Damals blieb er aber Präsident des Verwaltungsrates. Nachfolger als CEO wurde Raeto Raffainer. Ein Jahr später wurde diese Rochade wieder rückgängig gemacht. "Ich weiss seit damals", so Lüthi, "ein halber Rücktritt geht nicht."
In der 28-jährigen "Ära Marc Lüthi" holte der Schlittschuhclub Bern sechs Meistertitel plus zwei Cupsiege mit dem Fanionteam. Die Frauen des SCB holten ebenfalls zwei Titel. Lüthi ist auch nicht der Meinung, dass der SCB in seiner Entwicklung etwas verpasst hat. "Verpasst haben wir einzig den Anschluss in der Tabelle. Aber auch da bin ich der Meinung, dass in dieser Saison durchaus noch etwas möglich ist."
"Werde nicht unter Palmen liegen"
Lüthis Traumabschied sieht einen siebenten Meistertitel im April vor. Und natürlich wünscht er seinem Herzensklub eine "hoffentlich erfolgreiche Zukunft". Was Marc Lüthi ab Mai tun wird, weiss er noch nicht, aber "ich werde nicht unter Palmen liegen". Er werde sicher weiter ins Stadion kommen. Er wird sich aber nicht bei einem anderen Klub engagieren, denn "28 Jahre lang nur für diesen Klub mit den drei Buchstaben zu leben und dann woanders etwas Ähnliches angehen - das geht nicht!"
Lüthis Nachfolge übernimmt Jürg Fuhrer (53). Dieser ist seit 2024 Mitglied des SCB-Verwaltungsrates und stand dort den Bereichen Future, Gastronomie und Finanzen vor.
















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