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Keystone-SDA | Mittwoch, 29. April 2026

Ovationen für Sprunger, Ärger bei Knak

Der Freiburger Julien Sprunger gewinnt das letzte Heimspiel seiner Karriere, der Davoser Simon Knak ärgert sich. Reaktionen zum sechsten Spiel des Playoff-Finals.

Julien Sprunger wurde in seinem Heimstadion schon oft gefeiert, doch so inbrünstig wie am Dienstagabend ist das traditionelle Bauernlied "Lyoba" wohl noch nie durch die Arena geschmettert worden. Der 40-jährige Captain steht nach dem erkämpften und erlittenen 2:1 nach Verlängerung gegen Davos noch einmal vor der Nordkurve und nimmt die Ovationen der Fans entgegen.

Ob es mit dem ersten Meistertitel am Donnerstag klappt, ist offen, doch das allerletzte Heimspiel seiner Karriere hat er gewonnen. "Das wird mir ewig in Erinnerung bleiben", sagt er im Anschluss gerührt.

414. Tor im 1185. Spiel

Dabei ist es der Veteran, der sein Team auf Kurs bringt. In der 8. Minute erzielt er die wichtige Führung. In seinem 1185. Spiel in der National League schiesst Sprunger sein 414. Tor (bei genau gleich vielen Assists). Daneben nimmt er aber auch seine Verantwortung als Captain wahr. Bei einem Timeout im Mitteldrittel, als sein Team arg unter Druck ist, ergreift Sprunger energisch das Wort. "Das predigt der Coach (Roger Rönnberg) seit dem Beginn der Saison, dass wir Verantwortung übernehmen und uns auch selber coachen sollen", verrät das Freiburger Urgestein, das nie für einen anderen Klub spielte. "Deshalb stehen die erfahrenen Spieler in diesen wichtigen Momenten auf und ziehen die anderen mit."

Nun wird Sprunger in zwei Tagen ausgerechnet in Davos noch ein 1186. Mal auf dem Eis stehen. Da, wo er vor 23 Jahren in der damaligen NLA debütierte. Da war Simon Knak, der am Dienstagabend drei Minuten vor Schluss den einzigen Davoser Treffer erzielte und damit die Verlängerung erzwang, gerade mal ein Jahr alt. Auch der letztjährige WM-Silbergewinner spielt am Donnerstag zum letzten Mal im Dress des HCD - zumindest auf absehbare Zeit. Knak wechselt zu den ZSC Lions, und er hätte im Gegensatz zu Sprunger gerne auf einen weiteren Einsatz verzichtet.

In de Verlängerung nicht bereit

"Es war schmerzhaft", kommentiert der gebürtige Zürcher die Niederlage und sucht keine Ausflüchte. "Wir haben nach der Pause den Start in die Overtime verschlafen. Wir waren nicht bereit." Von zu grosser Nervosität will der Flügelstürmer mit der unbändigen Energie nichts wissen. "Ich glaube nicht, die war auf ihrer Seite sicher grösser", ist er überzeugt. "Wir konnten um den Meistertitel spielen, sie gegen das Verlieren. Das hätten wir ausnützen müssen, das ist schade."

Aber wie heisst es so schön in den Playoffs. Es braucht ein kurzes Gedächtnis, was eben war, ist bereits abgehakt. Am Donnerstag beginnt noch einmal alles bei Null, Meister werden kann nur einer. Ein Gewinner steht ohnehin schon fest: die Schweizer Hockeyfans. Zum vierten Mal in den letzten fünf Jahren kommen sie in den Genuss einer Finalissima.

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