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Keystone-SDA | Mittwoch, 10. Juni 2026

Val Müstair GR stellt die Weichen für Zumthor-Projekt der Tessanda

Der Gemeindevorstand von Val Müstair GR hat das Gesuch zur Einrichtung einer Sonderzone für den neuen Standort der Tessanda genehmigt. Es handelt sich dabei um einen der letzten professionellen Textilhandwerk-Betriebe, die in der Schweiz überlebt haben.

Das vom internationalen Stararchitekten Peter Zumthor entworfene 10-Millionen-Neubauprojekt der Handweberei Tessanda im Münstertal rückt damit ein Stück näher. Nötig wird die Neuorientierung wegen des schlechten Zustands des aktuellen Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert im Dorf Santa Maria GR.

Wegen massiver Feuchtigkeitsschäden muss die Immobilie dringend renoviert werden - ein Verbleib während der Arbeiten wäre für die Weberinnen unmöglich: "Wir können während der Renovationsarbeiten nicht im Gebäude bleiben, unter anderem wegen der Staubentwicklung, und wir können auch nicht monatelang schliessen, weil das die Existenz von Tessanda gefährden würde", erklärte Tessanda-Stiftungsrätin Maya Repele gegenüber Keystone-SDA.

Da es nicht möglich war, für die Bauphase alternative Räumlichkeiten zu finden, entschied der Stiftungsrat im Jahr 2023, ein neues Gebäude in der Nähe zu errichten.

Platz für 30 Webstühle

Die Wahl fiel auf das Dorf Valchava, eineinhalb Kilometer vom aktuellen Standort entfernt. "Die Lage ist ideal für die Tessanda: Das Gebäude wird von der zukünftigen Umfahrungsstrasse aus gut sichtbar sein und die Postautohaltestelle befindet sich in der Nähe", heisst es auf der Website. Im Inneren werden 30 Webstühle Platz finden, an denen die 20 Weberinnen weiterhin arbeiten werden.

Laut den ursprünglichen Plänen sollte das neue Gebäude 2028, rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum der Tessanda, eröffnet werden. "Der Zeitplan ist wohl etwas knapp. Wir rechnen mit etwa anderthalb Jahren für die Planungsverfahren, die zwischen der Gemeinde und dem Kanton koordiniert werden müssen", erklärt Repele. Das letzte Wort hat dann die Gemeindeversammlung von Val Müstair, die darüber entscheiden muss, ob sie die neue Zone akzeptiert. Erst danach kann der Stiftungsrat das Bauverfahren fortsetzen.

"Zum 100-jährigen Bestehen der Tessanda hoffen wir, dass wir mit dem ersten Spatenstich zumindest den Baubeginn einleiten können", so Repele abschliessend.

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